Virtual-Reality-Marketing: What’s it worth?

Wer Anfang des Jahres nach den Top Trends für 2018 gegoogelt hat, sah Virtual Reality auf einem der vorderen Plätze. Die Realität ist derzeit eher ernüchternd: Noch immer sind VR-Brillen zu teuer und noch lange kein Massenphänomen. Auch der angebotene Content ist überschaubar. Trotzdem investieren Firmen weiterhin in VR-Marketing. Gut so, doch in welchen Bereichen macht es überhaupt Sinn?

Bislang gibt es kaum spannende VR-Kampagnen, die über das Prinzip „Einmal BWM-Probefahrt, bitte!“ hinauskommen. Überhaupt scheint es, als würden die Marketer weltweit versuchen, ihr Produkt relativ ideenlos in VR-Technologie zu pressen. Und das branchenübergreifend. Bei Kellog’s konnte man schon mit Kleopatra Müsli essen, bei der Bahn ein ICE-Werk bestaunen. Die Autohersteller lassen Probe fahren und Audi traut sich auf den Mond. Bizarr und immerhin mäßig unterhaltsam, aber einen Mehrwert bringt das nicht.

VR-Marketing funktioniert bei interessanten Locations

Ein gutes Beispiel für einen VR-geeigneten Markt ist die Tourismus-Branche. VR ermöglicht es, Reisenden und Urlaubern schon vor Reiseantritt einen ganz genauen Blick auf das zu werfen, was sie erwartet. Wer seinen Urlaubsort via VR-Brille schon vorher erleben kann, muss nicht mit bösen Überraschungen rechnen. Fotos können leicht täuschen, doch bei einer 360°-Tour ist leicht erkennbar, dass das Hotel an einer stark befahrenen Straße liegt.

Veranstalter wie Thomas Cook und Fides Reisen arbeiten schon mit der Oculus DK2. Egal ob Kreuzfahrtschiff oder einsame Finca – die VR-Touren kommen beim Kunden an. Und während der Urlauber sich virtuell durch sein Urlaubsziel bewegt, spielt der Reiseberater die nette Stimme aus dem Off und liefert interessante Zusatzinformationen sowie Tipps zum Gezeigten.

BBC investiert in 360°-Landschaften

Die BBC steht zwar nicht primär für Reisekataloge, nutzt VR aber für ein ähnliches Prinzip. Mit den den 360° und VR-Produktionen der BBC begibt sich der Zuschauer auf eine Reise, die er im echten Leben nicht so einfach antreten könnte. Aktuell ist es die VR-Dokumentation “Damming the Nile“, die für Begeisterung sorgt.

Sie zeigt eine der größten Baustellen der Welt, den Riesenstaudamm in Äthiopien. Hoch über dem Nil kann der Zuschauer auf Milliarden Kubikmeter Beton, Hunderte Meter Mauern, Wasserfälle und Pyramiden begutachten und wird dabei über die politischen Auswirkungen des Staudamms informiert.

Genau das ist das Format, für welches Virtual Reality gemacht wurde. Atemberaubende Weite und Landschaften, denen ein 16:9 Breitbild niemals gerecht werden würde. Abgesehen von der Anschaffung einiger 360°-Kameras hält sich die BBC aber bei Investitionen in die Technik zurück.

Wie geht es richtig?

VR ermöglicht den Nutzern Erlebnisse, die sie einerseits vorher nie erfahren haben oder in der echten Welt gar nicht erleben können. Genau aus diesem Grund wirkt VR emotional wie kein anderes Medium. Ziel ist es letztlich, eine emotionale Bindung des Kunden an die Marke zu schaffen.

Leider gibt es im VR-Marketing noch keinen Leitfaden und nur wenige erfolgreiche Beispiel-Kampagnen. Technologie und Markt verändern sich derzeit außerdem noch sehr schnell. Trotz aller Trend-Prognosen für 2018 sind wir noch immer am Anfang mit der Technologie. Um dennoch das beste aus VR für die eigene Marke herauszuholen, helfen folgende Anhaltspunkte.

• Wie definiert sich mein Produkt und bietet eine VR-Präsentation dem Kunden einen Mehrwert? Noch gehört Virtual Reality in den Premium-Bereich, passt also zu ohnehin emotionalen Themen und Premium-Marken.

• Viel Wert sollte auf das Storytelling gelegt werden. The Medium is NOT the message! Zumindest in diesem Fall. Das emotionale Potential im VR-Marketing entfaltet sich nur in einer guten Story.

• Ist das Budget hoch genug? VR-Kampagnen lassen sich etwas kosten. 360°-Filme sind aufwendig, ebenso wie die Endgeräte. Content, der auf Sparflamme produziert wurde ist meist von geringerer Qualität und macht dem Premium-Kunden keinen Spaß.

• Wer ist meine Zielgruppe und wie soll sie erreicht werden? Die wenigsten Endkunden haben eine Oculus Rift oder HTC-Vive Zuhause herumliegen. VR-Marketing findet oft auf Events statt. Solche Kampagnen erreichen nur wenige Besucher. Man sollte sich also überlegen, wie der Content den Endkunden darüber hinaus erreichen kann.


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Autorin: Karin Mainusch
Foto: Pixabay

2018-06-22T14:56:13+00:0022. Juni 2018|Categories: Digital Marketing|Tags: , , |